Welche Liebe überdauert mehr als 55 Jahre?
Welche Liebe überdauert mehr als 55 Jahre?
So erlebt wird diese reale Geschichte in der ostfriesischen Tiefebene. Heutzutage eine große Ausnahme, denn „manche Liebe tanzte nur einen Sommer“ (O-Ton Helmut Lömker)!
Der junge Helmut Lömker, von vielen liebevoll „Lömmi“ genannt, verkaufte damals in den 70er-Jahren seinen Holzpiraten, für den es schwierig war, einen verlässlichen Vorschoter zu finden. Er erkundigte sich bei anderen befreundeten Seglern und landete beim Finn-Dinghy, unserer so beliebten Einhandklasse. Diese verbreitete sich rasch am Kleinen Meer als gut zu beherrschen für athletische Segler, wie Helmut all die Jahre bis heute einer ist. Und so segelt er im Finn seit über 55 Jahren ohne Unterbrechung.
Während ich in jungen Jahren in den 420er wechselte, war Helmut schon ein erfolgreicher Finnsegler. Insofern begleitet er mich mein Leben lang als Vorbild. Die Pflege seiner Boote ist Helmut immer wichtig gewesen. Beim Kauf eines neuen Bootes wußte der Händler sofort, das gebrauchte Boot kommt von Lömmi, das Boot ist topp, das kann ich unbesehen in Zahlung nehmen.
Kein Wind ist ihm zu viel, keine Aufgabe zu schwierig. In Spitzenzeiten segelten auf der betauten, ostfriesischen Wiese bis zu 30 Finns. Die „Königsklasse“, wie Helmut es immer wieder schmunzelnd beschreibt. Es wurde sehr ehrgeizig gesegelt, manche brenzlige Situation auf dem Wasser emotional erlebt, aber hinterher am Grill genüsslich von allen Seiten betrachtet und einvernehmlich bis zum Konditionsschlaf einer Lösung nähergebracht. Zu den Mitstreitern bei den anspruchsvollen Regatten am Kleinen Meer zählten u.a. die Spitzensegler Dieter Ottlik, Friedrich Müller, Uwe Tapper, Uwe Kinast, Jörg Janhsen, Frank Dinnebier, Detlef Hillers, Lutz Steinemann und Hanno Hartmann. Durch die lokale Stärke dieser Klasse konnte immer unter guten Bedingungen für die hochwertigen Regatten trainiert werden. So fand sich Helmut häufig in den Spitzenpositionen wieder. Die Emder Stadtmeisterschaft hat er natürlich auch häufiger gewonnen, ein paar Jahre hat er sich regelmäßig mit Friedrich Müller abgewechselt.
Sein größter Erfolg war 1977 der Gewinn der holländischen Meisterschaft mit 4 Tagessiegen (!!!!), heute undenkbar! Auf anderen Revieren einschließlich der österreichischen Staatsmeisterschaft hat Helmut ebenfalls gezeigt, wie man am schnellsten ins Ziel kommt. So hat er Podiumsplätze eingenommen in Steinhude, Pöhl, Niendorf und bei der Brandenburgischen Meisterschaft. Bis heute ist er unterwegs in Norddeutschland, immer in Begleitung seiner lieben Frau Heidi, die nebenbei ein guter Coach ist. Ihre Liebe ist die einzige, die länger andauert als die zum Finn-Dinghy.
Am Kleinen Meer ist es nach wie vor für alle Segler schwer, an Lömmi vorbei zu segeln. Und das ist wunderbar! Er behauptet sich als starker Senior. Er hält sich im Winter fit durch lange Spaziergänge und Gymnastik, ab April steht das Wassertraining wieder im Vordergrund.
Ich wünsche ihm, dass das noch lange so bleibt und uns Finnseglern, dass die GER 179 auf vielen Regatten in der Meldeliste erscheint.
Herzlichen Glückwunsch, lieber Helmut, zu Deiner Finn-Liebe über 55 Jahre.
Der ESV dank Gerd Uwe Hillers (WVE) für diesen Bericht.
